Dienstag, 18. Oktober 2016

"Rotkäppchen & der Hipster-Wolf" von Nina MacKay [Rezension]


Titel: Rotkäppchen & der Hipster-Wolf

AutorIn: Nina Mackay

Einband: Ebook (auch als Softcover erhältlich)

Preis: 4,99 € (Softcover: 14,90 €)

Seitenanzahl: 380

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Meine Wertung: 4 Herzen

Reihe: Hipster-Märchen #1




Kurzbeschreibung

Im Märchenwald ist die Hölle los. Alle Happy Ends wurden gestohlen! Cinderella, Schneewittchen und Co. beschließen, ihre verschwundenen Prinzen zu retten, wozu sogleich eine “Verhöre-und-Töte”-Liste der Verdächtigen erstellt wird:
1.      Wölfe töten
2.      Hexen töten
3.      böse Stiefmütter töten (wobei das oft mit Punkt 2 einhergeht)
4.      böse Feen töten
Nur Red findet die Idee äußerst schwachsinnig. Doch dann taucht ein gutaussehender Hipster auf, der mehr über die verschwundenen Prinzen zu wissen scheint. Schnell stellt sich heraus, dass Everton eigentlich ein Werwolf ist und auf der Liste der durch die Prinzessinnen bedrohten Arten steht. Red bleiben plötzlich nur sieben Tage, um die Prinzen zu finden, bevor sie Ever ausliefern muss. Doch warum will gerade er eigentlich die Happy Ends zurückbringen? Benutzt er Red nur für seine eigenen Zwecke? Sicher ist jedoch: In Reds Leben nimmt ab sofort die Zahl der Hipsterwitze wahnwitzige Ausmaße an, sehr zum Leidwesen von Ever …
(Quelle und Bildcopyright liegen beim Drachenmond Verlag)


Cover

Das Cover zeigt einen Spiegel, der in einem Wald steht, in diesem Spiegel sieht man die Protagonistin Red, die man dank ihres roten Capes erkennt, bewaffnet mit Smartphone und Selfie-Stick. Ihr Körper verblasst nach unten hin und wir sehen einen Hipster auf einer Lichtung, der in Richtung Spiegel läuft. Die Liebe zum Detail in diesem Cover gefällt mir wahnsinnig gut. Großartige Leistung von der Designerin!

 


Meine Meinung


Handlung

Die Prinzen des Märchenwalds sind entführt worden und die Prinzessinnen sind außer sich, weil sie dadurch ihre Happy Ends verloren haben. Sie begeben sich also auf die Suche nach ihren Ehemännern, in dem sie systematisch alle Märchen-Antihelden besuchen und sie nach ihren Männern aushorchen. Ihre Taktik: Verhören und Töten. Nicht immer in dieser Reihenfolge. Rotkäppchen, die streng genommen, keine Prinzessin ist und demnach auch keinen Prinz vermisst, macht sich zusammen mit dem Hipster-Wolf Everton auf den Weg, um ihren Freundinnen zu helfen. Ihr Weg führt sie zu fantastischen Orten und lässt sie auf interessante Märchen- und Sagengestalten treffen.
Die Handlung wird größtenteils aus der Sicht von Red erzählt. Ab und an schwenkt die Erzählweise, damit der Leser auch weiß, was bei den Prinzessinnen passiert. Demnach ergeben sich zwei Handlungsstränge, die sich aber oft kreuzen. Die Geschichte wird mit viel Humor und Witz erzählt. Es gab einige Momente, in denen ich wirklich laut losgelacht habe (ich muss gestehen, einige der Hipster-Witze kannte ich noch nicht), an manchen Stellen konnte ich nur die Augen verdrehen, weil es ein wenig albern war. Aber noch nicht zu schlimm. Ich musste das Buch nicht vor lauter Fremdschämen aus der Hand legen, was ihm definitiv viele Pluspunkte beschert. Ansonsten lässt sich sagen, dass ich die Verrücktheit und die Absurdität wirklich genossen habe. So etwas liest man nicht oft, weil sie vermutlich viele nicht trauen, so losgelöst zu schreiben. Ich weiß, dass ich es nicht könnte.
Sehr gefallen hat mir auch die Art und Weise, wie die verschiedenen Geschichten und Märchen zusammengeflossen und sich gegenseitig bedingt haben.


Charaktere

Red ist noch die vernünftigste aus ihrer Truppe. Sie scheint diejenige zu sein, die am meisten Intellekt besitzt und der Situation mit Rationalität entgegentritt. Deswegen war es angenehm, die Geschichte aus ihrer Sicht zu lesen. Sie ist auf der einen Seite mutig und loyal und stürzt sich gerne in die Abenteuer, auf der anderen Seite ist sie aber auch sehr unsicher, weil sie ihr Happy End noch nicht gefunden hat und sie fragt, ob sie jemals ihre Wahre Liebe trifft.
Ever ist unser Hipster-Wolf: Halb Hipster, Halb Werwolf. Aus ihm wird man die meiste Zeit nicht so ganz schlau, weil man seine Geschichte und Motive nicht kennt, aber ich mochte ihn. Besonders gegen Ende.
Meine persönlichen Lieblinge sind aber Jaz und Asher. Die Zeit, die Red mit ihnen verbracht hat, fand ich toll zu lesen.
Die übrigen Charaktere bleiben leider sehr blass, sodass ich keine Bindung zu ihnen aufbauen konnte. Sie sind oft auf ein oder zwei Eigenschaften reduziert.


Schreibstil

Der Schreibstil ist geprägt von Humor. Wort- und Hipsterwitze auf vielen Seiten. Das hat zwei Seiten: Auf der einen Seite ist es wahnsinnig amüsant, an manchen Punkten wirkte es gewollt.
Ansonsten hat mir die Art und Weise gefallen, wie die Prinzessinnen-Teile geschrieben wurden. Das war ein bisschen Märchen-Style, als ob eine weitere Stimme das Geschehen beschreibt.



Mein Fazit:

„Rotkäppchen & der Hipster-Wolf“ hat mich vor allem durch die verrückten Ideen, die Absurdität und die Art und Weise, wie Märchen und Geschichte zusammengewoben sind, überzeugt. Die Geschichte lässt einen lachen und die Augen verdrehen. Sie ist perfekt für Zwischendurch, wenn man unterhalten werden möchte und nicht zu viel Tiefgang sucht.
Von mir gibt es 4 Herzen. 


Vielen Dank an Nina Mackay für das Vorab-Rezensionsexemplar!


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