Donnerstag, 24. November 2016

"Blue Scales - Die Drachen von Talanis" von Katharina V. Haderer [Rezension]

Titel: Blue Scales – Die Drachen von Talanis

AutorIn: Katharina V. Haderer

Einband: E-Book (auch als Softcover erhältlich)

Preis: 3,99 € (Softcover: 12,90 €)

Seitenanzahl: 300

Meine Wertung: 4 Herzen

Reihe: Scales #1







»Ich träume von Wölfen. Mit hechelnden Zungen graben sie die Nasen in die Erde und suchen den Boden nach mir ab. Schwarze Schatten gleiten durch die Nacht, gelbe Augen leuchten wie die Verdoppelung des Himmelsgestirns auf. Egal wohin ich gehe – Augen. Sie schließen sich, ich stehe in der Finsternis.«
Ein Rudel wölfischer Gestaltenwandler ist in die Stadt gekommen, um eine alte Rechnung zu begleichen: Der Alpha-Wolf will der Familie Song ihren Platz in der Hexade streitig machen – dem Rat aus sechs Familien, die die moderne Stadt Poschovar unter sich aufgeteilt haben.
Nie hätte die 18-jährige Christine ›Christie Song‹ gedacht, dass sie eines Tages in die Belange der Familie hineingezogen werden würde. Doch die Wölfe richten ihre Aufmerksamkeit auf das vermeintlich schwächste Familienmitglied, das – als außereheliches Kind – wohl kaum deren mächtige magische Fähigkeiten geerbt haben kann.
Unversehens findet sich die junge Frau in einem gewaltsamen Konflikt wieder, mit dem sie nichts verbindet als ihr Familienname. Ihre einzigen Waffen gegen den Feind: Ihre Sturheit, ein Polo-Schläger und die seltsamen, blauen Schuppen an ihren Schultern, die einen Hinweis auf ihren leiblichen Vater geben …
(Quelle und Bildcopyright liegen beim Drachenmond Verlag)



Das Schönste am Cover finde ich, dass es keine wirklichen Grenzen scheint. Die Farben gehen ineinander über, alles scheint verschwommen und man muss es eine ganze Weile betrachtet, um die Details wahrzunehmen. Die Farben harmonieren gut miteinander und diese kleinen Details passen so gut zur Geschichte. 






Die Handlung wird aus der Sicht der achtzehnjährigen Christine Song erzählt. Sie ist das schwarze Schaf in der Familie. Die Großmutter sieht in ihr nichts anderes, als die außereheliche Tochter ihrer Schwiegertochter und macht ihrer Enkelin damit das Leben schwer. Dabei weiß die alte Dame noch nicht einmal, dass Christie sich noch mehr von der Familie unterscheidet als angenommen. Während ihre Schwester das Drachenerbe, die roten Schuppen, ihres Vaters Long Song geerbt hat, ziehen sich blaue Schuppen über Christies Körper, die sie noch mehr zur Außenseiterin machen. Sie tut alles, um ihr kleines Geheimnis zu wahren und sich aus den Angelegenheiten der Familie und der Hexade herauszuhalten. Als ein Rudel wölfischer Gestaltenwandler in die Stadt kommt, wird sie jedoch schnell hineingezogen.

Die Idee, die hinter der Geschichte steckt, gefällt mir sehr gut. Ich glaube, dass ich bisher noch kein Buch über Drachen gelesen habe, aber die Art und Weise, wie sie hier erscheinen, konnte mich überzeugen.
Das Setting und die Kultur, in der die Familie Song leben, erinnert an die asiatische Kultur. Die Drachenwesen passen dort natürlich sehr gut herein.
Insgesamt erwartet den Leser eine spannende Lektüre. Überraschende Wendungen und Geschehnisse machen es unmöglich, den Ausgang vorherzusagen und fesseln einen an die Seiten. Anfangs hatte ich einige Probleme, mich zurecht zu finden. Durch die Hexade, dem Rat der sechs Familien, lernen wir schnell viele Personen kennen. Zudem bringt auch die Welt viele neue Begriffe mit, die man lernen muss. Aber nach der Zeit legte sich meine Verwirrung und ich konnte mich ganz auf die Geschichte einlassen.
*Spoiler*
Mich hat es überrascht, dass es keine Liebesgeschichte gibt. Zumindest keine, die Christine betrifft. Anfangs hat es mich etwas gestört, weil irgendwie gehört es dazu, oder nicht? Aber nach Beendigung der Lektüre weiß ich, dass es bisher nicht gepasst hätte. Es ist gut so, wie es ist. Irgendwie war es auch mal erfrischend, etwas anderes zu lesen. Hier steht die Familie im Vordergrund.
*Spoiler Ende*





Christine Song ist die Protagonistin dieser Geschichte. Keine typische Protagonistin. Durch ihre Großmutter hat sie viel Ablehnung erfahren und sie weiß, dass sie nicht dazu gehört. Sie tut, als mache es ihr nichts aus, aber das stimmt so nicht. Anfangs fand ich sie sehr interessant, aber ich muss leider sagen, dass ich letztendlich nicht ganz mit ihr warm geworden bin. Oft hätte ich sie am liebsten geschüttelt. Durch ihre Geschichte wünscht sie sich, endlich einen Unterschied machen zu können, handelt deswegen oft vorschnell und reagiert trotzig wie ein Kind.
Mein Lieblingscharakter ist Long Song. Deswegen möchte ich ihn noch erwähnen. Er ist nicht der leibliche Vater von Christie, aber er hat sie voll und ganz als seine Tochter angenommen. Seine Liebe für die Familie ist bedingungslos und er würde alles, wirklich alles für seine Liebsten tun. Einen solchen Vater findet man selten in Geschichten. 




Katharina V. Haderers Schreibstil hat mir wirklich sehr gut gefallen. Sie beschreibt die Situationen auf eine einzigartige Art und Weise und lässt dem Leser viel Platz, um zwischen den Zeilen zu lesen. Das finde ich großartig. 





„Blue Scales – Die Drachen von Talanis“ ist ein Auftakt mit viel Potenzial. Trotz einer Protagonistin, mit der ich nicht warm werden konnte, konnte mich die generelle Idee, die hinter der Handlung steht, begeistern.
Daher möchte ich noch 4 Herzen vergeben. 
 Auch hier durfte ich an einer wunderbaren Leserunde teilnehmen. Ich danke Anja von Bücherliebe, der Autorin und dem Verlag für das Leseexemplar!

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