Dienstag, 22. November 2016

"Ein Himmel aus Lavendel" von Marlena Anders [Rezension]

Titel: Ein Himmel aus Lavendel

AutorIn: Marlena Anders

Einband: E-Book (auch als Softcover erhätlich)

Preis: 3,99 € (Softcover: 12,90 €)

Seitenanzahl: 400

Meine Wertung: 4 Herzen

Reihe: #1 der Trilogie









Deine Seele gegen eine Gabe. Oder einen Fluch?
Es heißt, es sei gar nobel, sein Leben für das eines geliebten Menschen zu geben. Doch niemand hat davon gesprochen, wie es sich anfühlt, diejenige zu sein, die diese Bürde auf sich nimmt. Darf man eine solche Entscheidung bereuen?
Diese Frage stellt sich Emery in ihren dunkelsten Momenten. Denn weder ihre Mutter noch ihre Schwester wissen, auf was sie alles verzichtet, um ihnen ein normales Leben zu ermöglichen. Ein Fremder war es, der ihr für ihre Seele eine Gabe versprach – die Fähigkeit, in gefährlichen Situation wie ein Phönix in Flammen aufzugehen. Doch auch wenn der Phönix für neues Leben steht, bringt jede Verwandlung Emery einen Schritt näher an den Tod.
Um dies zu verhindern, macht sich Emery verzweifelt auf die Suche nach einer Möglichkeit, um den Handel rückgängig zu machen. Dabei soll ihr Nael helfen, der ihr eine Ausflucht aus ihrem alten Leben bietet. Aber ihm sind seine eigenen Dämonen dicht auf den Fersen …
(Quelle und Bildcopyright liegen beim Drachenmond Verlag)





Ein Traum. Ich liebe dieses Kleid. Die Pose der jungen Frau. Die Maske. Die Ornamente. Nachdem ich das Buch gelesen habe, bin ich noch begeisterter. Es trifft genau meinen Geschmack und war auch einer der Gründe, warum ich dieses Buch lesen wollte. 






Als Leser werden wir sofort in die Handlung geworfen. Wir folgen der Straßendiebin Emery, die sich durch die Straßen ihrer Heimatsstadt schlägt und versucht, Passanten um einige Münzen leichter zu machen. Allerdings geht einer dieser Versuche schief und ihr bleibt nichts anderes übrig, als ihre Gabe zu nutzen, um dieser Situation zu entkommen. Sie geht vor den Augen aller in Flammen auf. Die Vorteile, die mit ihrer Gabe einhergehen, überwiegen nur selten ihre Nachteile. Sie ist mehr Fluch als Segen, bindet Emery an den skrupellosen Salys und bringt sie immer näher an ihren Tod. Noch nicht bereit, die Hoffnung ganz aufzugeben, sucht sie nach einer Lösung, sich loszusagen und den Fluch zu brechen. Der Fremde Nael scheint viel darüber zu wissen, aber sie weiß nicht, ob sie ihm trauen kann. Schließlich hat auch er seine Geheimnisse.
Die generelle Idee hat mir sehr gut gefallen. Avize, die Stadt, in der Emery lebt, ähnelt unserem Venedig und die Szenerie erinnert an den venezianischen Karneval. Masken und Kostüme, Feste auf den Straßen, Gondeln und Kanäle. In Avize ist dies jedoch Alltag. Unmaskiert geht man nicht auf die Straße. Die Bedeutung, die dahinter steckt, hält so viel Tiefe. Der Konflikt, in den unsere Protagonistin Emery gerät, ebenfalls. Darf sie ihre Entscheidung bereuen, wenn sie den Fluch auf sich genommen hat, um ihre Familie zu retten? Darf sie an der Hoffnung festhalten, ihn zu brechen? Oder sollte sie sich mit ihrem Schicksal abfinden?
Das ungewöhnliche Setting gibt dem Roman seine ganz eigene Magie. Anfangs lernen wir viele Personen und Namen kennen, aber nach einigen Kapiteln, findet man sich gut zurecht.
Viele Geheimnisse werden es im Laufe der Zeit gelöst und es gibt einige Wendungen, die einen mit offenem Mund zurücklassen.
Wenn man gerade denkt, dass es gut gehen könnte, kommt die nächste böse Überraschung und zieht einem den sicheren Boden unter den Füßen weg. Dementsprechend kann ich das Erscheinen des zweiten Bandes nicht erwarten.





Emery ist ein interessanter Charakter. Durchaus sympathisch, aber es gab einige Momente, in denen ich sie am liebsten geschüttelt hätte. Sie steht sich oft selbst im Weg, sie muss noch viel lernen. Wir sehen im Laufe des Buches, wie sie wächst. Aus ihrer Ohnmacht erwacht, geht sie ihr Problem endlich aktiv an. Dennoch gibt es einiges, was sie nicht kann. Sie springt schnell zu irgendwelchen Schlüssel, zieht sich lieber zurück, als sie anzugehen und zu reflektieren. Es dauert, bis sie Vertrauen fasst. Ich denke, dass ihre weitere Charakterentwicklung sehr interessant sein kann.
Nael, der geheimnisvolle Fremde, hat mich schon von Beginn an fasziniert. Je mehr man von ihm kennenlernt, desto mehr mochte ich ihn. Dennoch war es eine Hassliebe, weil man nicht wusste, ob man ihm trauen kann oder nicht. Schlussendlich ist er jedoch mein Held der Geschichte.



Der Schreibstil der Autorin bringt einem die Welt näher. Es gab einige wirklich schöne Zitate, die ich mir einfach markieren musste, weil irgendwie generelle Wahrheit und Tiefe in ihnen steckte. Eins muss man ihr auch lassen, allein diesen Titel zu kreieren… Ich liebe ihn. 




„Ein Himmel aus Lavendel“ ist ein vielversprechender Auftakt. Ein ungewöhnliches Setting, ein ungewöhnlicher Fluch und zwei Charaktere, die nie zu viel von sich Preis geben wollen und stattdessen ein Katz-und-Maus-Spiel spielen. Obwohl ich ab und an kleine Probleme mit Emerys Reaktionen hatte, hat mich die Geschichte überzeugt. Nicht vorhersehbare Wendungen lassen mich nun ungeduldig auf Band 2 warten. 

 Ich hatte die Ehre an einer wunderbaren Leserunde auf Facebook mitzumachen. Daher danke ich der Autorin Marlena Anders und dem Verlag für das Leseexemplar.

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