Dienstag, 6. Dezember 2016

Ozean [Schreibschnipsel]

Ein Ozean liegt zwischen uns.
Er besteht nicht aus Wasser
Und schmeckt nicht nach Salz.
Sein beruhigendes Rauschen wiegt uns

Nicht in den Schlaf.
Seine raue Sch├Ânheit fasziniert nicht.
Er verzaubert nicht mit unb├Ąndiger Kraft.
Kein Tanz der Wellen,
Kein Schauspiel der Gischt.

Er h├Ąlt uns nicht auf zwei Kontinenten.
Er l├Ąsst sich nicht mit Flugzeug
Oder Schiff ├╝berqueren.
Unser Ozean ist anders, aber
├ähnlich tief und ├Ąhnlich weit.
Wir sind zwei Inseln in unserem Ozean,
Voneinander getrennt, in Sichtweite, aber entfernt.
Unser Ozean ist ein h├Ąsslicher Haufen
Ungesagter Worte mit zerst├Ârerischer Kraft.
Wir sehen ihn, er liegt doch zwischen uns
Und wir k├Ânnten ihn leeren, ihm die
Macht nehmen, wenn wir endlich reden w├╝rden.
Ich sehe dich und die Worte,
Sie liegen mir auf der Zunge.
Doch es dauert nicht lange,
Bis sie in unserem Ozean
Der ungesagten Worte untergehen.
Die Angst hat mich wieder davon abgehalten,

Sie laut auszusprechen.
Dabei m├Âchte ich doch
Mit dir reden. Dir Gedanken und Gef├╝hle
und meine Hoffnungen offenbaren.
Ich m├Âchte dir die Angst nehmen,

Damit auch du endlich den Mut fassen kannst
Und die Worte auf deinen Lippen nicht
Ebenso ertrinken in unserem Ozean
Der ungesagten Worte.
Meine Gef├╝hle f├╝r dich ├╝bermannen mich genauso
Wie deine f├╝r mich.
Die Angst sitzt uns im Nacken.
Ich m├Âchte meine Hand ausstrecken, dich
Ber├╝hren und endlich diesen verdammten
Ozean ├╝berwinden, damit wir uns nah
Sein k├Ânnen. Aber Angst. Sie ist da.
Sie l├Ąsst die Worte ertrinken, bevor sie
├ťber meine Lippen kommen k├Ânnen.
Ich stehe mir selbst im Weg und du dir
und weil wir nicht ├╝ber unsere Schatten springen,
Stehst du da und ich hier.
Komm, lass uns springen.
Komm, lass uns schwimmen
Im Ozean der ungesagten Worte der

Zwischen uns liegt und uns zu einsamen Inseln macht.
Mit jedem Wort, das wir sprechen verringern
Wir, was zwischen uns liegt.
Dann wird es dem doch so fern ein ganz nah.
Ich m├Âchte die Kontrolle verlieren,
Hand in Hand mit dir. Meine Angst
Bezwingen in dem Wissen, das Du und ich,
Das wir gemeinsam k├Ąmpfen,
Gemeinsam schwimmen. Der Angst in unserem Nacken
Den Kampf ansagen.
Du gegen deine und ich gehen meine.
Aber Hand in Hand und Seite an Seite
Bis die ungesagten Worte zu gesagten werden
Wir uns Gedanken und Gef├╝hle und unsere
Hoffnungen offenbaren. Bis es diesen Ozean
Zwischen uns nicht mehr gibt, sondern nur noch
Den Ozean, der aus Wasser besteht und nach
Salz schmeckt. Der sich mit Flugzeug und Schiff
├ťberqueren l├Ąsst.

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