Donnerstag, 19. Januar 2017

Eine Reise in den 4. Distrikt [Panem-Challenge]



„Hey du. Ja, genau. Ich meine dich. Darf ich dich auf eine Reise mitnehmen?
Wer ich bin? Mein Name ist Jay und ich komme aus Distrikt 4. Na, was ist? Darf ich dich mitnehmen? 





Dann steig ein. Keine Angst, der Kutter ist zu hundert Prozent wasserdicht. Okay. Vielleicht nicht zu hundert Prozent, aber ich bin noch nie mit ihm untergegangen. Er hat mich immer brav nach Hause gebracht. Aber selbst wenn du über Bord gehen solltest, dann kann ich dich retten. Ich bin eine hervorragende Schwimmerin. Schließlich bin ich praktisch im Wasser groß geworden.


Warum ich dich mitnehme? Ich möchte dir meinen Distrikt vorstellen. Irgendwie habe ich das Gefühl, das niemand so richtig weiß, was unseren Distrikt wirklich ausmacht. Fischfang? Ja, auch. Aber unser Distrikt ist schon etwas Besonderes. Siehst du den Landstreifen am Horizont? Das ist meine Heimat. Dieser Anblick lässt jedes Mal mein Herz höher schlagen. Gemeinsam mit diesem wunderbar frischen, salzigen Geruch von Meer und dem Wind in meinen Haaren ist es das schönste, was ich mir vorstellen kann. 



So, jetzt sind wir an Land. Aber erst mal möchte ich dich jetzt an den Strand nehmen. Schon ein tolles Gefühl, wenn der nackte Fuß das erste Mal im Sand versinkt, oder? Dazu das beruhigende Geräusch der Wellen und das Schreien der Möwen. In der Ferne hörst du auch die Kinder lachen, die vor den Wellen, die an den Strand rollen, weglaufen. Feierabend. Der ist bei uns etwas früher, weil der Fischfang in den frühen Morgenstunden am ertragreichsten ist.


Ist der Sand nicht schön warm? Ich finde, er kitzelt ein wenig. Manchmal genieße ich meinen Feierabend, indem ich mich an den Strang lege, aber heute möchte ich dir unser kleines Dorf zeigen.
Ich wohne nicht im Herzen des Distrikts. Dort gibt es eine größere Stadt, die in einer wunderschönen Bucht liegt. Wir befinden uns, wie du siehst, auf der Landzunge.

Ja, unser Dorf ist nicht wirklich groß und dafür, dass wir zu den „besseren“ Distrikten gehören, haben wir nicht viel. Aber trotz all der Arbeit und der Wachen lassen wir uns den Spaß nicht nehmen. Von klein auf werden wir auf das Leben am Meer vorbereitet. Lernen, mit Netzen und Dreizacken umzugehen. Das hat mir immer wahnsinnig viel Spaß gemacht. Ich bin definitiv eine Wasserratte. 


Da vorne die kleine Hütte gehört mir und meiner Familie. Du hast recht, wenn hier ein Feuer ausbräche, hätten wir mit den Bambushütten ein Problem. Aber sehen sie nicht schön aus. Einmal die Woche sind die kleinen Straßen voll und es gibt einen kleinen Markt, wo wir sogar gerade gefangene Fische kaufen können. Der größte Teil des Fangs geht natürlich ans Capitol. Aber das stört mich nicht. Hast du schon einmal, frischen Fisch gegessen?
Wieso so wenig Menschen unterwegs sind? Wegen der Hitze. Die meisten liegen in ihren Hütten oder im Schatten der Palmen und legen die Füße hoch. Bevor es nach der Mittagshitze für einige wieder an die Arbeit in den großen Lagerhallen geht.

Hey! Fisch stinkt gar nicht! Er riecht nicht so gut wie das Meerwasser, aber das tut gar nichts zur Sache. Wenn du magst, können wir uns noch ein bisschen in die Sonne legen. Danach muss ich dich aber wieder nach Hause bringen, um meiner Familie das Essen zu machen.

Konntest du deinen kleinen Ausflug, denn genießen? Ich hoffe doch sehr.


1 Kommentar:

Ich freue mich über jeden Kommentar =)