Dienstag, 24. Januar 2017

"Traumhaft - Das Vergessen" von Johanna Lark [Rezension]

Titel: Traumhaft – Das Vergessen

AutorIn: Johanna Lark

Reihe: Traumhaft #2
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Verlag: Dark Diamonds

Format: E-Book

Preis: 3,99 €

Seitenanzahl: 451

Altersempfehlung: ab 16 Jahren
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Meine Wertung: 4 Herzen



**Finde den Mann deiner Träume...**
Durch ihre besondere Gabe der Traumlenkung hat die 21-jährige Klara schon so einige höchst realistische Träume durchlebt. Aber noch nie hat sich auch die Realität so sehr wie ein unwirklicher Traum angefühlt. Eben noch saß sie am heimischen Küchentisch, nun befindet sie sich plötzlich im Flugzeug nach Amerika – und zwar in völlig falscher Gesellschaft, denn bei ihrer Begleitung handelt es sich ausgerechnet um Adrian, ihren höchst undurchsichtigen und viel zu attraktiven Studienkollegen. Mit ihm zusammen soll sie die Traumforschung weiter vorantreiben und das bedeutet auch: an seiner Seite das luxuriöse Nachtleben von Los Angeles auskundschaften…
(Quelle und Bildcopyright liegen bei Carlsen Dark Diamonds.)




Es erscheint ähnlich dunkel wie das erste Cover. Unten leuchtet wieder die Skyline einer Stadt, während ein junger Mann, ich tippe auf Adrian, ansonsten die Blicke auf sich zieht. Mir gefällt es einen Ticken besser als das erste.





Ehe Klara es sich versieht, sitzt sie neben Adrian im Flugzeug nach Amerika. Im Auftrag ihrer neuen Chefin Sylvia natürlich, die alles dafür tun würde, um die Traumforschung voranzutreiben.
Während sie das luxuriöse Leben in Los Angeles zu genießen versucht, greift sie nach allem, was ihr helfen kann, um ihre überstürzte Trennung von Tobi zu verkraften. Der Champagner fließt in Strömen, die Drogen sind nicht fern und der Versuchung, die von Adrian ausgeht, kann sie auch nicht widerstehen. Klara findet sich in einem Leben wieder, dessen Regeln sie nicht versteht. Was ist richtig und was falsch? Wem kann sie trauen und wem nicht? Ihrem amerikanischen Chef Nick mit seinen dubiosen Machenschaften? Adrian? Kann sie Tobi wirklich in all dem vergessen? Klara steht vor einer Menge Fragen.

Vorweg: Ich finde der Titel „Das Vergessen“ ist so gut gewählt. Er fasst genau das auf, was im zweiten Band behandelt wird, ohne zu viel verraten. Außerdem passt auf er auf mehrere Aspekte der Handlung.
Diese wird uns wieder aus Klaras Perspektive in kurzen Kapitel geschildert. Traum und Realität reihen sich aneinander und verschwimmen immer mehr ineinander. Klara kann im Traum ihrem Leben nicht mehr entfliehen. Stattdessen wird ihre Fähigkeit das, was sie für ihren amerikanischen Boss Nick interessant macht.
Adrian und Klara werden in dessen undurchsichtige Machenschaften hineingezogen, ohne zu wissen, welche Absichten er wirklich verfolgt. Das macht die Spannung dieses Teils aus. Nicht zu wissen, was vor sich geht. Nicht zu wissen, wem man trauen kann. Zu dem die immer unterschwellig mitschwingende Frage: Was ist richtig, was ist falsch? Was entschuldbar? Was nicht mehr?
Das hat mir sehr gut gefallen, wenn ich doch leider anmerken muss, dass sich die Handlung an manchen Stellen im Kreis gedreht hat, wenn Adrian und Klara die nächste Party besuchten, die nächsten Gäste kennenlernten oder sich anderweitig vergnügten. Die Wendungen und Höhepunkte, die mich überraschen und wieder fesseln konnten, gab es dennoch. 



Klara entwickelt sich. Nicht unbedingt in eine gute Richtung. Ihre impulsive Natur bringt sie dazu, ihre Trennung mit Alkohol, Drogen, Pillen und anderen lustvollen Dingen zu verarbeiten. Schnell befindet sie sich in einer Abwärtsspirale, in der sie nicht mehr sieht, was falsch und was richtig ist. Sie hält sich an Adrian, dem einzigen, der ihr vertraut ist, fest. Das Ganze war nicht einfach zu lesen. Aber realistisch und nachvollziehbar herüber gebracht. Hut ab an Johanna, denn nicht jeder Autor traut sich, die eigene Protagonistin so schlecht dastehen zu lassen. Ob es Hoffnung für sie gibt? Das muss jeder selbst entscheiden.

Adrian ist wie eh und je. Manipulativ, auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Zumindest wirkt es so. Dennoch lernen wir auch andere Seiten von ihm kennen, bis man ihn nicht mehr als Bösewicht abstempeln kann (habe ich sowieso nicht getan. Ach, Adrian!) Noch immer ist er mein Lieblingscharakter, weil er so vielschichtig und undurchsichtig ist.
Die Charaktere und ihre Entwicklungen wirken echt und authentisch. Das ist das, was mir wirklich am besten gefällt. 




Noch dazu Johannas Schreibstil, der all das unterstützt. Sie kann Gefühle unglaublich gut herüberbringen. 




„Traumhaft – Das Vergessen“ ist aus meiner Sicht etwas schwächer als sein Vorgänger, besticht aber dennoch mit seiner äußerst interessanten Thematik. Traum und Realität verschwimmen immer weiter. Die Frage nach Richtig und Falsch sorgt für Spannung. Zudem ist die Charakterentwicklung ist so authentisch, auch wenn sie nicht unbedingt Klaras beste Version zum Vorschein bringt.

Ich danke Netgalley.de und Dark Diamonds für das Leseexemplar



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