Sonntag, 5. März 2017

"Der Kuss der Lüge" von Mary E. Pearson [Rezension]

Titel: Der Kuss der Lüge

OT: The Kiss of Deception

AutorIn: Mary E. Pearson

Reihe: Die Chroniken der Verbliebenen #1
___________________________________

Format: E-Book (Bei Bastei One als Hardcover 
erhältlich)

Preis: 13,99 € (HC: 18,00 €)

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Seitenanzahl: 560
_________________________________

Meine Wertung: 4 Herzen




Lia ist die älteste Tochter im Königshaus Morrighan. Gerade mal 17 Jahre alt, soll sie mit einem Prinzen verheiratet werden, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Doch das Mädchen entscheidet sich, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen. Sie flieht und heuert weit entfernt von zu Hause in einer Taverne an. Dort lernt sie zwei Männer kennen, die sofort ihre Aufmerksamkeit erregen. Was sie nicht weiß: Die beiden sind auf der Suche nach ihr. Einer wurde ausgesandt, um die Königstochter zu töten. Und der andere ist ausgerechnet jener Prinz, den sie heiraten sollte. Schnell fühlt Lia sich zu beiden hingezogen ...
(Quelle und Bildcopyright liegen bei Bastei Lübbe)


Ich habe mich sehr gefreut, dass sie das Englische Cover übernommen haben. Vor dem Buch habe ich aufgrund der äußeren Erscheinung ein paar Mal gestanden. Mir gefällt, dass die junge Frau gut als Lia identifizierbar ist, dem Leser aber den Rücken zuwendet, sodass man sich sein eigenes Bild machen kann. Es greift wunderbar die Atmosphäre des Romans auf.




Am Tage ihrer arrangierten Hochzeit verlässt die Protagonistin Lia ihre Heimat und flieht in die Ferne. Sie lässt Pflichten und Traditionen hinter sich zurück, um sich ein neues Leben aufzubauen. In einer Taverne beginnt sie zu arbeiten und lernt dort zwei Männer kennen. Ein Attentäter, der den Auftrag hat, sie zu töten, und der Prinz, den sie eigentlich heiraten sollte. Das Bündnis, das zwischen den Königreichen entstehen sollte, steht auf Messers Schneide und dann greifen die Barbaren in das Geschehen ein. Lias Plan, ein abgeschiedenes Leben zu führen, scheint nicht aufzugehen.
Ich habe eine Weile gebraucht, um mich in dem Geschehen zurecht zu finden. Das lag an dem Einstiegspunkt der Handlung und am Schreibstil, an den ich mich erst einmal gewöhnen musste. Der größte Teil der Handlung wird den Lesern aus der Ich-Perspektive der Prinzessin geschildert. Jedoch gibt es kleine Zwischenkapitel, die uns eine andere Geschichte erzählen mögen, die man jedoch zu beginn, nur mit Verwirrung entgegen nehmen kann. Außerdem gibt es kleine Kapitel aus der Sicht des Attentäter und des Prinzen, an manchen Stellen aus der Sicht von Rafe oder Kaden. Es ist ein ständiges Rätselraten, wer von beiden Prinz und wer Attentäter ist. Meine Meinung wechselte mit jedem neuen Kapitel und bis zur Auflösung war ich mir nicht sicher. Das war für mich das Spannendste an dem Buch. Dieses Rätselraten, was sich auch in andere Bereiche hineinzog.
„Der Kuss der Lüge“ entführt uns in eine fremde Welt, mit einer komplizierten, zum Teil verschollenen Geschichte und einer anderen Religion. Eine Welt mit vielen Pflichten und Traditionen. Der Weltenbau gefiel mir gut, wenn er doch auch an vielen Punkten verwirrte. Man bekommt oft nur wenige Happen serviert, die sich nur nach und nach zu einem Bild zusammensetzen.
Insgesamt ist es ein Buch, das sich zu lesen lohnt, es ist mir jedoch schwer gefallen. Viele Längen verzögern die Lektüre und mindern den Spaß. Kapitel für Kapitel wird Lias neues Leben geschildert, ohne dass neue Erkenntnisse kommen. Kapitel für Kapitel reisen sie durch eine Einöde. Die entscheidenden Plotpunkte kommen an den richtigen Ecken, sodass man das Buch dann doch nicht gänzlich zur Seite legen möchte. Dennoch wäre es wünschenswert gewesen, wenn die Längen reduziert wären.


Lia ist nicht die typische Prinzessin und somit ist sie nicht die typische Protagonistin. Sie ist willensstark und verbiegt sich nicht. Sie ist schlau und hat vielerlei Talente. Ab und an wirkte sie zu perfekt. Leider. Dennoch ist sie ein interessanter Charakter.
Die beiden Herren an ihrer Seite sind natürlich diejenigen, die es spannend machen. Immer hin und her gerissen habe ich mich gefragt, ob Rafe jetzt der Attentäter oder Prinz sei. Bei Kaden dasselbe. Mir persönlich war Rafe immer sympathischer.
Entgegen des Klappentexts finden wir keine typische Dreiecks-Liebesgeschichte.



Wie zu Beginn erwähnt, habe ich einige Zeit gebraucht, um mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Vermutlich weil ich immer eine Zeit brauche, um in eine Übersetzung hineinzufinden. Danach kann ich sagen, gefiel mir der Schreibstil ausgesprochen gut. Er ist bildlich und wunderschön. 



„Der Kuss der Lüge“ führt uns in eine neue Welt, die es sich zu ergründen lobt. Trotz einiger Längen in der Handlung, kann das Werk fesseln. Die Informationen werden in kleinen Happen serviert, sodass viel Platz zum Rätselraten bleibt. 


Vielen Dank an Netgalley.de und den Bastei Lübbe-Verlag für das Leseexemplar.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über jeden Kommentar =)