Freitag, 2. Juni 2017

"Das Herz des Verräters" von Mary E. Pearson [Rezension]

Titel: Das Herz des Verräters

OT: The Heart of Betrayal 

AutorIn: Mary E. Pearson

Reihe: Die Chroniken der Verbliebenen #2
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Format: E-Book (Bei Bastei One als Hardcover)

Preis: 13,99 € (HC: 18,00 €)

Seitenanzahl: 572 Seiten

Altersempfehlung: ab 16 Jahren
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Meine Wertung: 5 Mixtapes






Lia wird in den Palast von Venda verschleppt und muss um ihr Leben fürchten. Eine Flucht wäre der einzige Ausweg, scheint jedoch unmöglich. Stattdessen setzt sie alles daran, sich im Palastleben zurechtzufinden. Sie hat längst ihr Herz an einen der Männer aus der Taverne verloren, und auch erfahren, wer er wirklich ist. Doch Gut und Böse sind nicht eindeutig verteilt. Denn auch der Mann, der eigentlich ihr Feind sein müsste, stellt sich plötzlich ein ums andere Mal auf ihre Seite. Warum?

Während Lia am Palast nach neuen Verbündeten sucht, wird sie immer häufiger von der Gabe der Vorsehung heimgesucht. Galt sie lange als diejenige Erstgeborene, die ohne dieses wichtige Talent geboren wurde, so zeigt sich ihr die Zukunft nun immer häufiger. Doch dieser Blick offenbar Dinge, die nicht nur ihr Schicksal, sondern auch das Schicksal eines ganzen Volkes beeinflußen könnten ...
(Quelle und Bildcopyright liegen bei Bastei Lübbe.)




Diesmal ist der Hintergrund Dunkelblau. Eine Stadt baut sich düster vor der jungen Frau auf, die im roten Kleid auf einer Brücke steht. Wieder ist sie der Blickfänger und wieder passt das Kleid sehr gut zur Geschichte. Generell gefällt es mir besser, als das Cover von „Der Kuss der Lüge“.






An dieser Stelle möchte ich noch einmal betonen, dass es sich um den zweiten Teil handelt. Die Rezension zu Band Eins ist hier zu finden. Daher kann diese Rezension Spoiler zu „Der Kuss der Lüge“ enthalten.
Lia betritt Venda, ein ihr unbekanntes Reich. Sie weiß nicht, was hinter den Mauern der Stadt auf sie erwartet. Ein falscher Schritt kann ihren Tod bedeuten. Der Komizar, Herrscher von Venda, möchte ihre Gabe der Vorsehung für seine Zwecke nutzen. Nur Lia zieht ebenfalls ihre Vorteile und sucht nach Verbündeten, die ihr zur Flucht verhelfen können. Die Männer aus der Taverne, Kaden und Rafe, sind an ihrer Seite. Und während der eine um sein Leben fürchten muss, sieht sich der andere in einem Gewissenskonflikt zwischen dem Reich, dem er die Treue geschworen hat, und der Frau, die er liebt.
An dieser Stelle muss ich sagen, dass mir „Der Kuss der Lüge“ zwar gefallen hat, es mich aber nicht überwältigt hat. Ich war mir bis vor einer Woche nicht einmal sicher, ob ich „Das Herz des Verräters“ überhaupt lesen möchte. Die Längen des ersten Buches haben den Lesespaß ausgebremst. Nur die letzten 150-200 Seiten konnten mich packen. Jetzt bin ich jedoch froh, dass ich dem zweiten Teil eine Chance gegeben habe. Erzählt wird er wieder aus Lias Sicht, mit eingeschobenen Kapiteln aus Rafe, Kaden und Paulines Sicht. Ebenso die kurzen Sequenzen aus alten Schriften sind wieder zu finden.
So spannend, wie Band Eins endete, begann Teil Zwei. Lia kommt nach Venda und gemeinsam mit ihr lernen wir das Volk der Barbaren kennen. Der Weltenbau gefällt mir wahnsinnig gut und das Leben in Venda wurde einem wunderbar nahe gebracht. Der Blick wird verrückt und man erkennt, was hinter der barbarischen Leben steckt. Zudem lernt Lia immer weiter, mit ihrer Gabe umzugehen. Sie wendet sich ihrer Religion zu und deckt mithilfe ihrer alten Schriften unbekannte Zusammenhänge auf. Gleichzeitig kündigt sich etwas Großes an und Lia versucht alles, um herauszufinden, was Venda plant. Als sie es erfährt, kann sie es kaum glauben. Auch mich hat es überrascht und geschockt. Sehr viel Actionreiches passiert gar nicht, aber durch die allgegenwärtige Gefahr, in der Lia steht, wird ein gutes Maß an Spannung zu haben. Außerdem gibt es ein, zwei Plottwist, die ich nicht so erwartet habe. Das Buch endet mit einem großen Knall und ich bin völlig baff.


Lia entwickelt sich. Ich habe mich noch nicht entschieden, was ich von der Entwicklung halten soll, aber ich habe ihren Weg gerne verfolgt. Sie ist sehr berechnend und begibt sich in ein Spiel von Katz und Maus mit dem Komizar Vendas.
Dieser Komizar ist das Highlight von „Das Herz des Verräters“. Ich kann es nicht genau erklären, aber er war für mich die spannendste Figur. So vielschichtig. Getrieben von Machthunger und doch liegt da noch etwas anderes hinter seiner Fassade. Eine, wie ich finde, gelungene Figur.
Ebenso hat mich Kaden überrascht. Wo ich in Band 1 immer Rafe sympathischer fand und ihn lieber mochte, konnte mich diesmal Kaden packen. Wir erfahren mehr über ihn und durch seinen inneren Konflikt ist es wirklich spannend, seine Sicht zu verfolgen. 


Ich habe mich in diesen Schreibstil verliebt. In Band Eins fand ich ihn zum Teil anstrengend und gewöhnungsbedürftig. Nun, ich habe mich daran gewöhnt und ihn lieben gelernt. Es ist sehr kunstvoll. Das einzige, was ich als störend empfunden habe, sind die Nacherzählungen der Gespräche. An vielen Punkten lässt die Autorin ihre Charaktere nicht in wörtlicher Rede zu Wort kommen, sondern erzählt nach, worum es in dem langen Gespräch ging.




„Das Herz des Verräters“ ist ein gelungener Folgeband. Die Schwäche, die ich in „Der Kuss der Lüge“ gesehen habe – die Längen in der Handlung – finde ich nicht mehr. Stattdessen hat mich das Volk und die Lebensweise in Venda fasziniert, ich habe mitgefiebert und freue mich nun auf den nächsten Teil. Die Charaktere, allen voran der Komizar, finde ich sehr gelungen.


Ich danke Netgalley.de und Bastei Entertainment für das Leseexemplar.







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